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Damals → heute

Panik-Zeitmaschine

Keine Museumsvitrine. Diese Zeitreise folgt den Musikern, den Instrumenten und den Songs: von Münster und Hamburg über Pankow, Waldbühne und Arenen bis in den Club 2026. Große Jahre und kleine Momente. Immer mit Quellen. Immer ohne nachträglich erfundene Heldensagen.

Vorspiel
1970
Die fünf Mitglieder der City Preachers sitzen und stehen 1970 nebeneinander im Freien.
Die City Preachers 1970; Jean-Jacques Kravetz links.

Foto: Egon Teske · Die City Preachers 1970 · CC BY-SA 3.0 · Lizenz

Vor 1973 · Station 01

Münster. Hamburg. Die Leitungen glühen.

Die Band gibt es noch nicht. Die Verbindungen schon. Steffi und Udo kennen sich aus Münster; Jean-Jacques spielt sich durch die Hamburger Rockszene.

City Preachers, Frumpy, Atlantis auf der einen Seite. Musikstudium, Bass und Münster auf der anderen. Noch steht kein Panikorchester auf der Tür. Aber die Menschen, Instrumente und Wege, aus denen später dieser Sound wächst, sind längst unterwegs.

Ort
Münster · Hamburg
1973–1979
1973
Udo Lindenberg singt 1974 im dunklen Bühnenlicht der Hamburger Musikhalle.
Udo Lindenberg mit Panikorchester in Hamburg, 1974 – das früheste frei lizenzierte Konzertmotiv dieser Chronik.

Foto: Heinrich Klaffs · Udo Lindenberg, Hamburg 1974 · CC BY-SA 2.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz

1973 · Münster · Station 02

Eine Scheune. Ein Bass. Eine Band.

Am Nevinghoff wird geprobt. Kein Stadion. Keine Maschine. Ein paar Musiker, neue Songs und der Entschluss, das Ding Panikorchester zu nennen.

Die Münsteraner Proben werden zum Anfang der Bandgeschichte. Steffi Stephan hält den Bass und den Ort zusammen. Aus Cello, Andrea Doria und gemeinsamen Nächten wächst etwas, das deutschsprachigen Rock anders klingen lässt.

Song
Cello
Ort
Nevinghoff · Münster
1973
Gottfried Böttger spielt Akkordeon, während Udo Lindenberg neben ihm ein Mikrofon hält.
Udo Lindenberg und Gottfried Böttger in der Musikhalle Hamburg, 1974. Archivmotiv aus der frühen Panikzeit.

Foto: Heinrich Klaffs · Udo Lindenberg und Gottfried Böttger, 1974 · CC BY-SA 2.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz

Dezember 1973 · Station 03

Andrea Doria legt ab.

Das Album erscheint. Cello und Alles klar auf der Andrea Doria sind plötzlich nicht bloß neue Songs, sondern der Durchbruch.

Deutschsprachiger Rock bekommt einen anderen Ton: schnoddrig, genau und nah an den Leuten. Das Panikorchester trägt ihn aus Münster in die Republik. Die erste große Welle rollt – mit einer Band, nicht mit einer Kulisse.

Song
Alles klar auf der Andrea Doria · Cello
Album
Alles klar auf der Andrea Doria
1976
Eine Hammond-B3-Orgel aus Holz mit zwei Manualen und Pedalwerk.
Symbolbild: Hammond B3 – keine Aufnahme des Panikorchesters.

Foto: jmorland · CC0 1.0 · Symbolbild Hammond B3 · Lizenz

Mitte der 1970er · Station 04

Hammond auf. Schlagzeug rein.

Der Sound wird breiter. Jean-Jacques kommt 1976 live dazu. Bertram wird in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zum Motor am Schlagzeug.

Piano, Orgel, Bass und Drums greifen ineinander. Jetzt lässt sich hören, warum Panikmusik nie nur aus der Stimme vorn bestand. Jean-Jacques zieht die Hammond auf. Bertram setzt den Puls. Der Maschinenraum hat seine eigene Handschrift.

Song
Honky Tonky Show
1980er
1981
Schwarz-weiße Klaviertasten in einer Nahaufnahme.
Symbolbild – bis freigegebenes Portrait vorliegt.

Foto: Anastasia Latunova · Pexels · Symbolbild · Lizenz

1981 · Station 05

Zehn Jahre alt. Eine Frage für alle.

Pascal Kravetz singt als Zehnjähriger gemeinsam mit Udo Wozu sind Kriege da? Ein früher Panikmoment – und der Anfang einer eigenen Musikerreise.

Hier wird die nächste Generation hörbar, lange bevor jemand sie so nennt. Pascal bleibt später nicht in diesem einen Bild stehen. Er wird Multiinstrumentalist, Produzent und Musiker mit eigener Handschrift. Die Verbindung von damals zu heute ist trotzdem da.

Song
Wozu sind Kriege da?
1983
Der menschenleere West-Berliner S-Bahnhof Schönholz im September 1983 mit Bahnhofsuhr und Zugziel Frohnau.
Symbolbild: West-Berliner S-Bahnhof Schönholz im September 1983 – keine Aufnahme des Sonderzugs.

Foto: Lothar Weber · S-Bahnhof Schönholz, 1983 · CC BY-SA 4.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz

Januar 1983 · Station 06

Der Sonderzug setzt sich in Bewegung.

Auf Odyssee erscheint Sonderzug nach Pankow. Ein Rocksong wird zum politischen Signal – und das Panikorchester trägt ihn auf die Bühne.

Der Titel ist sofort größer als ein normaler Albumtrack. Er verbindet Druck, Witz und den Wunsch nach einem Auftritt in der DDR. Die Band fährt musikalisch voraus, Monate bevor sich in Ost-Berlin tatsächlich eine Tür öffnet.

Song
Sonderzug nach Pankow
Album
Odyssee
1983
Blick über die gefüllten Ränge der Berliner Waldbühne auf die Bühne.
Ortsmotiv: Waldbühne Berlin 2014 – keine Aufnahme des Panikorchesters oder des Konzerts von 1983.

Foto: Porsche997SBS · Waldbühne Berlin · CC0 1.0 · Lizenz

3. September 1983 · Station 07

Zehn Jahre Panik. 22.000 Leute.

Die Berliner Waldbühne ist ausverkauft. Zehn Jahre nach Münster steht das Panikorchester vor 22.000 Menschen. Größer geht damals kaum.

Der Kontrast sitzt: Am Anfang eine Scheune, jetzt ein Rund voller Menschen. Die Bühne wächst, die Songs wachsen mit. Genau deshalb ist der Blick zurück aus einem kleinen Club so spannend – die Band kann beides.

Ort
Waldbühne · Berlin
1983
Blick über die Spree auf den Palast der Republik und den Berliner Dom im August 1983.
Ortsmotiv: Palast der Republik und Berliner Dom im August 1983 – keine Aufnahme des Konzerts vom 25. Oktober.

Bundesarchiv, Bild 183-1983-0812-040 / Heinz Hirndorf / CC BY-SA 3.0 DE · automatischer Ausschnitt · Lizenz

25. Oktober 1983 · Station 08

Die Band spielt in Ost-Berlin.

Rock für den Frieden im Palast der Republik. Der erste und einzige DDR-Auftritt vor dem Mauerfall wird ein historischer Panikmoment.

Der Sonderzug bleibt an diesem Abend im Repertoirekoffer. Gespielt wird unter anderem Wozu sind Kriege da? Die geplante DDR-Tour folgt später nicht. Was bleibt, ist ein Auftritt, bei dem Bandmusik plötzlich Teil deutsch-deutscher Geschichte wird.

Song
Wozu sind Kriege da?
Ort
Palast der Republik · Ost-Berlin
1986
Eine große Festivalbühne mit dem Wort Nein vor einem dichten Publikum.
Bühne des 5. Anti-WAAhnsinns-Festivals in Burglengenfeld, 1986.

Foto: NowakW · Anti-WAAhnsinns-Festival 1986 · CC BY 3.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz

Die 1980er · Station 09

Panik wird groß.

Tourneen, Arenen, politische Kante und Songs, die längst jeder erkennt. Der Maschinenraum aus Tasten, Bass und Schlagzeug trägt die große Show.

Gegen die Strömung. Reeperbahn. Horizont. Die Titel kommen aus unterschiedlichen Jahren, aber sie zeigen die Spannweite: Druck, Straße, Ballade. Was vorn mühelos wirkt, wird hinten von Musikern über Jahre geschärft.

Song
Gegen die Strömung · Reeperbahn · Horizont
1990–2003
1996
Udo Lindenberg singt 1987 im Profil mit hellem Hut in ein Mikrofon.
Udo Lindenberg, 1987. Archivmotiv für die Panikjahre vor der Wiedervereinigung – keine Aufnahme von 1996.

Udo Lindenberg (1987) · Foto: Michael Lucan · CC BY-SA 3.0 DE · automatischer Ausschnitt · Lizenz

1996 · Station 10

Der alte Kern kommt wieder zusammen.

Die Besetzung der 1980er formiert sich neu und zieht durch zehn deutsche Städte. Eine Bandgeschichte kann Pausen haben. Verschwinden muss sie deshalb nicht.

Aus der Tour wird Live ’96, erschienen Anfang 1997. Entscheidend ist nicht die Nostalgie, sondern das Zusammenspiel: Menschen, die einander musikalisch kennen, finden wieder in denselben Raum – und die Maschine springt an.

Album
Live ’96
2003
Udo Lindenberg spricht 2005 in Bonn vor rotem Hintergrund in ein Mikrofon.
Udo Lindenberg in Bonn, 2005. Archivmotiv aus der Zeit um das 30-jährige Panikjubiläum.

Foto: Hawobo · Udo Lindenberg, Bonn 2005 · CC BY-SA 3.0 DE · automatischer Ausschnitt · Lizenz

2003/04 · Station 11

Dreißig Jahre. Immer noch Strom drauf.

Panikpräsident markiert 2003 das Jubiläum. 2004 folgt die große Tour. Aus der Münsteraner Scheune ist längst deutsche Rockgeschichte geworden.

Drei Jahrzehnte bedeuten wechselnde Besetzungen, neue Bühnen und genügend Kilometer für mehrere Leben. Der Bandkern bleibt hörbar. Nicht als eingefrorene Originalfassung, sondern als Musik, die immer wieder unter Strom gesetzt wird.

Album
Panikpräsident
2011–2023
2011
Udo Lindenberg steht 2011 mit Dieter Kosslick bei einer Filmpremiere in Berlin.
Udo Lindenberg und Dieter Kosslick in Berlin, 2011 – keine Aufnahme des MTV-Unplugged-Konzerts.

Foto: Siebbi · Udo Lindenberg und Dieter Kosslick, Berlin 2011 · CC BY 3.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz · automatischer Ausschnitt

2011 · Station 12

Stecker raus. Songs nach vorn.

MTV Unplugged entsteht vor 800 Menschen auf Kampnagel. Vertraute Titel bekommen neue Arrangements – und die Musiker wieder mehr Luft im Bild.

Cello, Sonderzug nach Pankow, Gegen die Strömung, Reeperbahn und Andrea Doria tauchen in neuem Gewand auf. Das intime Format beweist: Diese Songs brauchen nicht zwingend die größte Bühne. Sie halten auch stand, wenn man näher heranrückt.

Song
Cello · Sonderzug nach Pankow · Reeperbahn
Ort
Kampnagel · Hamburg
2014
Udo Lindenberg steht 2014 als Silhouette vor einem Kamerateam auf dem Deck eines Schiffs.
Udo Lindenberg bei Porträtaufnahmen, 2014. Archivmotiv aus der Arena-Phase 2014–2022.

Foto: Mehlauge · Udo Lindenberg bei Porträtaufnahmen, 2014 · CC BY-SA 4.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz · automatischer Ausschnitt

2014–2022 · Station 13

Die Arenen werden riesig.

Stadien, Projektionen, fliegende Bühnenbilder, hunderttausende Menschen. Die große Panikwelt dreht voll auf – getragen von einer Band im Kern.

2014 erreicht die Show neue Dimensionen; 2022 folgen 26 ausverkaufte Konzerte mit annähernd 300.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Das ist kein Gegensatz zum Club. Es ist die andere Seite derselben Geschichte – groß, hell und kilometerweit.

Song
Mein Ding
2023
Udo Lindenberg steht 2023 neben der Tierplastik Hamburger Stadtmusikanten an der Alster.
Udo Lindenberg bei den Hamburger Stadtmusikanten, 2023.

Foto: Aemijork · Udo Lindenberg, Hamburg 2023 · CC BY-SA 4.0 · automatischer Ausschnitt · Lizenz · automatischer Ausschnitt

2023 · Station 14

Fünfzig Jahre Panikorchester.

Fünf Jahrzehnte nach Münster wird die Bandgeschichte offiziell gefeiert. 56 Live-Aufnahmen erzählen, wie oft sich Besetzung und Zeit verändert haben.

Der Weg führt vom Onkel Pö bis in die Stadien der Republik. Nicht alle waren immer dabei, nichts blieb einfach stehen. Genau das macht fünfzig Jahre Bandgeschichte glaubwürdig: Der Sound lebt, weil Menschen ihn weitertragen.

2026
2026
Panik Proben März 2026

Foto: Panikorchester · automatischer Ausschnitt

März 2026 · Station 15

Wieder zusammen im Raum.

Keine Stadionkulisse. Ein Proberaum, Instrumente, Stimmen und Songs. Die sieben Musiker kommen zusammen – und merken, dass das Ding lebt.

Steffi legt das Fundament. Jean-Jacques und Pascal öffnen die Tasten. Bertram zählt ein. Helmut dreht die Gitarre auf. Nathalie und Ole stellen ihre Stimmen nach vorn. Aus einer Idee wird eine Band im Raum.

Ort
Jovel Club

Panik Player

Lady Whisky

aus den Proben (März-26)

Bereit, wenn du es bist.